Halber Teller mit pochiertem Ochsenfilet
Veröffentlicht: Januar 9, 2012 Abgelegt unter: Kulinarik | Tags: alte villa ling, ochsenfleisch, pochieren, teigelkamp 6 KommentareZu viel ist nur die Hälfte wert! Zumindest kenne ich nur wenige Genüsse, deren Überfluss mir Labsal wäre. Und dennoch bin ich ein Mensch, dem im Alltag Theorie und Praxis oft herrlich auseinanderdriften. Auch wenn dem meisten Tun und Denken eine Reduktionsprämisse zu Grunde liegt, widerstrebt dem Kreativeuphoriker prozessuale Begrenzung. Das klingt akademischer, als es sich in der Realität niederschlägt. Nicht gemeint ist der Hang zum eigentlichen Exzess. Eher schon der Reflex, alles, was Interesse weckt, sofort zu wollen. Und natürlich das emotionale Wissen, dass zu brennen gut ist, zu verbleichen böse.
Übervolle Teller entstehen ja nicht nach Plan. Eher schon, weil zwei oder mehr Gänge zusammen wachsen, einer Mischung aus Gier und Faulheit geschuldet. Auf dem Foto zum Beispiel ist mindestens ein Element überzählig. Der ausgebackene Chicorée war eigentlich samt einem Joghurtdip als Entrée vorgesehen. Und der geschmorte Radicchio sollte ursprünglich zwischen Lasagneblättern verschwinden. Nur das pochierte Ochsenfilet und der Kräuterkram waren so gewollt. Geschmeckt hat alles für sich großartig, besonders nach dem Fleischgenuss bin ich mir sicher, dass im würzigen Sud Garziehen lassen mir eine Lieblingsmethode wird für feine Filets aller Art.
Ein Hagenbroicher Ochse war übrigens Garant für großartigen Geschmack. Häufig schon habe ich Teile davon auf Tellern von Thomas Teigelkamp in der Alten Villa Ling verspeist und war jedes Mal begeistert. Nun kenne ich die Quelle und werde kaum ein anderes Rindvieh mehr in meine Küche lassen.

Davon könnte ich aber schon eine beachtliche Menge essen, bevor es mir zu viel würde.
Da bekomme ich glatt Appetit! Und die Alte Vila Ling ist vorgemerkt für den nächsten Besuch am Niederrhein.
Die Villa könnte ich mir zum Geburtstag wünschen, die Speisekarte ist jedenfalls danach.
Bei mir sieht es nie so fotogen aus, wenn es anders wird, als beplant. Schieb den Teller doch bitte mal rüber.
Das sieht unfaßbar lecker aus. Jetzt wird der Abend schwierig; was soll man nach der Lektüre noch essen?
(Chicoree. Muß ich beim Leibkoch noch bißchen quengeln, bis ich das auch mal darf.)
@nata
war ja auch nicht zu viel insgesamt – nur der teller überladen.
@vilmos
da gehen wir zusammen hin!
@karu
das wäre auf jeden fall einpassender rahmen.
@lakritze
och, das wird er mögen und vielleicht sogar verbloggen!
Das Rezept sieht sehr gut aus! Werd ich sicherlich mal ausprobieren!