Ein dunkler Teller, urbane Verwerfungen und die Kinder der Sonne
Veröffentlicht: August 31, 2012 Abgelegt unter: Gedankenstrom, Kulinarik, Musik | Tags: Köln, Quinoa, Rote Beet, Ziegenkäse 8 KommentareWär ich Profi oder Künstler gar, machte ich mich selbständig als Fotograf unscharfer Bilder und gäbe meinem Geschäft einen Namen wie Studio Braun. Dieser Gedanke verfing sich just im Netz meines kreativen Überflusses. Zu viel der Eindrücke, Überfluss an Erlebtem – kaum geeignete Ventile. Beginnen jedoch wollte ich mit der Stadt. Zu Kulinarik und Popkultur später mehr.
Die ersten Tage war Köln wie ein wiedergeborenes Wunder für mich. Jeden Mittag eine halbe Stunde durch alte Quartiere vergangener Heimat nachspüren, Relikte zu finden und neues Altes, all das glich positivster Reizüberflutung. Dort gibt es immer noch die besten Falafel im Rheinland, hier leuchtet der verborgene Hinterhof wie eh. Der Typ hinter der Plattenladentheke ist ein anderer, sein Griesgram blieb. Ich freute mich am Überangebot an Biosupermärkten und an der beschwingten Dynamik der Menschen. Eine Woche später schon dachte ich: Warum haben die alle Flipflops an den Füßen, ist Stil ein Fremdwort für die Horden alternativer Technikjunkies? An jeder Ecke in ehemaligen Ladenlokalen Café-Schimären, vollgestopft mit Sperrmüll und mit Butterbroten und Kaffeemilch als einzigem Angebot. Ach ja: Mit absurden Limonaden in Flaschen, in die eigentlich Bier gehört, versuchen sie sich gegenseitig auszustechen. Ich gestehe, ich trank auch schon eine Art Rhabarberpunsch. Nur in die eklig grüne Imbissbude, in der Biofastfood im Intensivstationdesign feilgeboten wird, setzte ich keinen Fuß bisher. Dann lieber noch einen Windbeutel mehr in der Konditorei Wahlen. Da ist nicht nur das Interieur seit 60 Jahren unverändert, die Kundschaft auch.
In den letzten Tagen habe ich mir die Frage, warum die alle Berlin spielen am Rhein und Globalisierung und Gentrifizierung aus ihren Seminaren ins Straßenbild tragen, einigermaßen beantwortet. Ich aß einen Burger auf der Kyffhäuser Straße, medioker aber protzige zehn Euro teuer, eine mir bekannte Stadtmagazinschreiberin schwebte rein und wollte „ein Foto und zwei, drei kleine Fragen“ machen und stellen den Pseudopunks an der Friteuse – ließ sich aber abschrecken vom WDR-Team, das schon hinter der Theke den Verkehr aufhielt. Die haben alle zu viel Vaihinger gelesen. Dessen Philosophie des „Als ob“ aber gründlich missverstanden. Halten sie für eine Anleitung zum Nachahmen abgelebter Trends. Die Suche nach dem Eigenen nie gelernt, Anstrengung immer als Leid empfunden. Kein Vermögen, Echtes zu erkennen. Den kleinen Kern immer vorzuziehen dem großen Tamtam? Der Mensch ist dumm und faul.
Einige wenige jedoch sind wahre Kinder der Sonne. Womit der Zirkel schwingt und ich Jaques Palminger of Studio Braun fame singen lasse:
„Fettuccini“ heißt das gerade erschiene Album der „Kings of Dubrock“ und ist tauglich nicht nur für den Tanzboden in der Klapse. Irre gute Popmusik.
Das dunkle Foto zeigt Dreierlei von der roten Beete. Müsst Ihr mir schon glauben, auch dass es vorzüglich schmeckte.

Gekocht und gefüllt mit Ziegenfrischkäse aus der neuen Nachbarschaft und gratiniert, als Chips und schließlich ein großartig roter Brei, auf dem ein Quinoabällchen sich bettet. Der Brei war das Beste, eher ein zu flüssiges Püree. Bestehend aus dem Inneren der Beete mit Rieslingessig und Spätburgunder, Kardamom und Sahne. Ein paar weitere Würzzutaten. Feine Improvisation.
Wie das ganze Leben. Jeden Tag.
Holland. Köln.
Veröffentlicht: August 15, 2012 Abgelegt unter: Gedankenstrom | Tags: holland, Köln Ein KommentarDer Jahresurlaub dauert exakt zweieinhalb Tage. Ich bin so erholt wie nie. Mag daran liegen, dass die Erfindung des Erholungsurlaubs ein böses Teil aus dem an solcherlei nicht armen Schatz an Ausbeutungsinstrumentarien ist. Ferien sind also Opiumderivat für Unterwürfige. Und ich will ein tapferer Kämpfer sein in den nächsten 50 Jahren. Über eine solche Zeitspanne reichen die Pläne.

Es gab Nudeln, Bohnen und Fisch. Im Geschirr vom Franz. Und in Gedanken an Dich, Du abhanden gekommener Freund. Bist wegwohin. Und ich schwamm zwischen stinkenden Frachtern im öligen Nass. Brachte Gedanken nicht auf Punkte, nur Nasen in Gläser.
Heute dann: Köln. Schatzstadt. Das Herz fließt mir über. Bald mehr davon.
Die Heiterkeit der Radieschen
Veröffentlicht: Mai 6, 2012 Abgelegt unter: Gedankenstrom, Kulinarik, Musik Ein KommentarAlles ist so neu und aufregend. Blumen pflücken am Kanal. Bier trinken in der Bar. Herz aus Gold wird das im August erscheinende Album der Hamburger Band „Die Heiterkeit“ heißen. Alles ist so neu und aufregend.
Jedoch habe ich Radieschen gepflückt. Weil es ein frisches Frühlingsgericht geben sollte mittags, Chicorée und Gurken waren zur Hand, ein Löffel Creme double in Reichweite. Ein leichter Silvaner aus dem rheinhessischen Hügelland am Herd und auf dem Tisch. Werden Radieschen im Wok gegart und mit Rahm gefeiert, wird Schärfe mild und Farbe warm. Keine Gewürze außer Salz und etwas amalfitanischer Zitronenschale.

Dann gab es da noch ein heiteres Sommerwochende in Berlin. Bonner Pläne am Rande der Realität. Fisch in Frankreich. Brügger Bier. Musik und Menschen. Drogen und Psychologen. Bald mehr davon.
Surrogate
Veröffentlicht: April 20, 2012 Abgelegt unter: Gedankenstrom | Tags: blogs, leben, links, netzwerk, truthahn 5 KommentareZu viel führt zu nichts. Dies gilt mindestens für meine schreiberische Produktion. Der Blog wird blockiert durch’s pralle Leben, das mich mitreißt momentan. Damit aber die werte Leserschaft nicht am kalten Truthahn leidet, pflege ich einfach kurzerhand das Netzwerk. Und poste ein paar Links zu Artikeln, die ich las dieser Tage – und die mehr sind als rhetorisches Füllsel für mein schöpferisches Vakuum.
Dank Christian Ihle vom TazBlog Monarchie und Alltag habe ich gestern den Schweden Philip Karlberg entdeckt. Er fotografiert Essen auf Platten. Stevan kommentierte treffend: „Drei Lieblingsdiszplinen in einem!“
Warum ich Führer kategorisch ablehne, hat nur bedingt mit meiner rheinischen Herkunft zu tun. Dass in Zeiten von vernetzter Meinungsmacht und -mache aber ganz besonders überkommene Exzentralorgane aus Kulinarik und Weinwelt zunehmend obsolet werden – dafür liefert Dirk mal wieder ein hinlängliches Indiz.
Eine Radtour in den Teheraner Container-Hafen, das Sortieren der Weinkorken-Sammlung und einen Königsberger Philosophiealtmeister im Krautsalat kann schlüssig und stringent nur einer in einem Blogpost zusammenbringen: Der Magister aus Duisburg.
Nach Moabit führt mein Weg in den nächsten Tagen. Was kann es schönres wie hilfreichres geben zur antizipatorischen Imagination als den Stadtteilblog von Freund Vilmoskörte?
Seit gestern bin ich Freund und Förderer von byte.fm. Warum erst jetzt, weiß ich eigentlich auch nicht. Seit Jahr und Tag machen die Hamburger DAS popkulturelle Qualitätsradio.
Ich bin kein Frühstücker. Wenn aber doch, dann richtig. Englisch zum Beispiel. Wie das eigentlich korrekt funktioniert, bloggt der Guardian dieser Tage in seiner immer lesenswerten Rubrik „How to…“.
Gestern gab’s Suppe. Zu der mich Pam inspirierte. Nicht diätetisch, aber das Rezept versprach einen aromatischen Blick neben die Spur, Blumenkohl nordafrikanisch. Nicht nur für eingefleischte Vegetarier (okay, spätestens an diesem Formulierungspunkt merke ich, dass ich etwas außer Form bin). Dazu übrigens: Biosilvaner aus Guntersblum, vom Schnell.
Warum die Debatte um’s Urheberrecht von der katholischen Kirche gesteuert wird und Internetbashing häufig vatikanisch konziliant daherkommt: Dies weist Berthold Seliger auf dem immer großartigen Blog seiner Konzertagentur nach.
Die Sonne ist übrigens Schweizerin. Und heißt Claudio – zumindest gilt dies für die dieswöchentliche Fleischeslust. Danke.
Die Zukunft wird golden sein. Unterm Pflaster liegt der Strand. Und jetzt: Musik.
Aus Gründen: Astrid, das Geschäft und Du
Veröffentlicht: April 8, 2012 Abgelegt unter: Gedankenstrom, Kulinarik | Tags: Arthurs Tochter kocht, Astrid Paul, B-Logbuch, Buch 3 KommentareMal abgesehen davon, dass ich seit Tagen ein grenzdebiles Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekomme – aus Gründen, die nichts mit dieser meiner Internetexistenz zu tun haben – ertappe ich mich zudem permanent beim selber Kneifen, weil Wunder geschehen. Als ausgebildeter Agnostiker sind mir Zweifel Fluidum und Odem zugleich. Doch weil ist, was sein kann und die Möglichkeit besteht, dass Dinge mehr wiegen als sie scheinen, ist auch das absolut Positive denkbar. Manchmal gar Wirklichkeit.
Jetzt wird es fürchterlich konkret, eigentlich ja so gar nicht meine geistige Baustelle. Zum Beispiel Werbeblöcke: Braucht doch kein Mensch, denken alle, die denken. Doch es gibt Ausnahmen: Seelensachen. Ein Buch zum Beispiel, das entstanden ist mit Tinte aus Herzblut. 279 Seiten, auf denen sich ein Mensch erst nackt in den Wind stellt und dann, ein lukullisches Sittengemälde malend, an Transparenz gewinnt um schließlich in scharfen Konturen vor mir zu stehen. Jetzt ist er völlig übergeschnappt, Hormonschwankungsopfer? Ja und nein. Ich mag ja eigentlich keine Foodblogs. Und ich verehre Astrid. Zwei Tatsachen, die jeder kennt, der diesen Blog liest. Nun ist zur Verehrung auch noch Fantum gekommen: Frau Paul, ich verneige mich tief vor Ihnen und bedanke mich für einen Titel, der geschrieben werden musste. Um der Welt da draußen unter den Nachttischlampen und auf Parkbänken einmal und endlich zu erklären, was die da so treiben, diese Blogger; warum und wie. Und wer Du wirklich bist, ganz eigentlich. Dass da Mut und Kraft sind, war doch klar. Dass das Feuer jedoch so leidenschaftlich brennt, lässt sich nun auch nachlesen in „Arthurs Tochter Kocht – Mein B_Logbuch“. Ach ja, gutes Essen spielt am Rande auch eine Rolle.
Also: Kaufen, lesen!
Das war nicht der einzige Blitz, der mir eine Nacht erleuchtete. In dieser Woche wurde ein Sehnen beinahe vollendete Realität: die Idee einer kompletten beruflichen Neuerfindung im Gesamtkontext Genuss nimmt konkreteste Formen an. Keine Bange, ich werde nicht wie Arthurs Tochter kochen oder kochen lassen oder dahingehend beraten, na ja, letzteres vielleicht irgendwie doch. Es ist komplex und spannend und ein wenig irre – sobald die Tinte trocken ist, mehr davon, hier.
Das wichtigste zum Schluss. Du! Danke.
Vinocamp 2012 – eine Abrechnung
Veröffentlicht: März 19, 2012 Abgelegt unter: Gedankenstrom, Wein | Tags: #vcd12, geisenheim, vinocamp deutschland 16 KommentareIch bin im weitesten Sinne Weintouristiker. Mein absolut laienhafter Zugang zu der Thematik besteht also darin, dass ich viel Wein trinke – aber in der Regel nur solchen, dessen Herkunft ich tatsächlich erfahren habe. Ich setze mich mich dann jeweils auseinander mit An- und Ausbau – und besonders mit den Menschen dahinter, die als Bauern oder Macher für ihre Babies brennen. Bin ich entflammt, blogge ich darüber, hier, ganz subjektiv. Verkostungsnotizen halte ich nicht für bloggerischen Rock’n’Roll.
Weder journalistisch noch als PR-Mensch bin ich involviert ins Weingeschäft. Mein professionelles Tun findet auf diesem Blog keinen Widerhall. Ich fühlte mich somit etwas verloren auf dem zweiten Vinocamp Deutschland am letzten Wochenende, in Geisenheim im Rheingau. Ein Großteil der Teilnehmer verdient seine Brötchen rund um’s Thema – oder würde es gerne. Viele verstehen die Veranstaltung als digitalen Branchentreff. Tatsächlich mutet das ganze an wie ein closed shop, wahrscheinlich trifft sich ein Großteil der Leute in dieser Zusammensetzung auch auf Messen, Verkostungen, Weinfesten. Und überhaupt sind offensichtlich die meisten Menschen, die ihre ganze Leidenschaft in Wein stecken, in der Regel durch und durch wertkonservative Typen. Trotz manch aufgesetzter Punkattitüde. Ihnen fehlt schlicht ein ganzheitlicher Lebensansatz. So kam nicht nur die Kulinarik zu kurz in Geisenheim. Und dann schon wieder eine Party in diesem Poserparadies, wo besserverdienende FDP-Wähler ihrer Zeigefreudigkeit freien Lauf lassen.
Die paar Blogger, die dann doch da waren, dachten nur darüber nach, wie sie ihre Passion – man ahnt es schon – kapitalisieren können. Ich war ernüchtert und verwirrt – so dass ich meine eigene vorbereitete Session nicht gehalten habe.
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Das Vinocamp 2012 war eine großartige Veranstaltung, natürlich. Ich wusste ja was mich erwartet, ich habe einige tolle Menschen wiedergetroffen und zwei bis drei neue kennengelernt. Ich habe großartige Weine probiert – gereifte Rieslinge, Schampus, Rote aus Séguret, Moselstoff – und viele spannende Sessions mitgemacht. Rebschnitt, Côtes du Rhône, Madeira, Weinfehler, Steillagengeschichten, unter anderen. Ich habe soviel gelernt, dass mir immer noch der Schädel brummt.
Die Organisation war perfekt und der bedingungslose Einsatz aller Helfer beschämt mich auch einen Tag danach noch. Ich habe so wenig zum Gelingen beigetragen. Andererseits hätte ich manches eben anders gemacht, besser wahrscheinlich nicht. Die Teilnehmerschaft war ein bunter Haufen. Am Ende habe ich selbst die gemocht, die ich nicht mag, irgendwie. Ich war versöhnt, weil das Positive überwog. Ich sehe viele Gefahren, weil ich Phänomene beobachten konnte, die ich aus meiner Berufserfahrung im Bereich der strategischen Öffentlichkeitsarbeit kenne. Ich weiß aber, dass die beiden Macher – Thomas und Dirk – dafür sensibilisiert sind. Die beiden Typen sind übrigens einzigartige Enthusiasten.
Womit ich zum Wichtigsten komme: Alle, die ihr nicht da wart, kommt zum Vinocamp 2013. Besonders dann, wenn ihr keine Profis seid, sondern schlicht Weine liebt und Euch als Netzbürger einer gewissen Multiplikatorenfunktion verpflichtet fühlt. Dann wird die Chose Fahrt aufnehmen und der Kahn in die richtige Richtung segeln. Ich werde da sein – nehmt’s als Drohung!
(Bilder spare ich uns, die hat Andreas Baldauf zu Hauf. Eine Übersicht aller Berichte zum Vinocamp findet sich im Wiki.)
Lammhüfte, Orangenbulgur und Bratsalat oder Die Gefahr aus dem Osten
Veröffentlicht: März 11, 2012 Abgelegt unter: Gedankenstrom, Kulinarik | Tags: Bratsalat, DDR, Lammhüfte, Orangenbulgur, Ostzonensuppenwürfelmachenkrebs, SBZ 2 KommentareAn einem dunkelgrau verregneten Sonntag in irgendeinem Frühling Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts aß ich das erste Mal Salat nicht als Rohkost. Diese kulinarische Entdeckung empfand ich damals nicht als solche, war sie doch schlicht einer Notlage geschuldet – Gemüse war aus. Ich war Gast bei einer Punkband in Ostberlin und wir hatten Hunger und Kartoffeln, Eier und eben: Salat. Der landete unversehens im Alutopf, es roch abscheulich.
Doch wurden wir satt, das war der erfreuliche Teil der Geschichte. Alle wurden immer satt in der DDR. So schlecht war’s doch gar nicht.
Kurz nach dem Mauerfall bin ich in Dresden dem Sensenmann mehrfach nur knapp aus dem Radius gelaufen. Renntrabbis machten Jagd auf temporär gehbehinderte Wessihippies. Ein Jahr später auf Usedom war alles in Klump gehauen. Die schöne neue alte Kaiserbadromantik gab’s nicht mehr und noch nicht wieder, nur Nazibanden, kahlgeschorne Vollidioten, die uns hetzten zwischen Ückeritz und Heringsdorf. In Weimar habe ich mir bei einigen Besuchen zwischen 92 und 94 beinahe eine Staublunge geholt. Nachdem uns dann die WG-Karre verreckt ist, irgendwo in einem finstern Tal des Thüringer Walds, wir fast erfroren wären ob multipler unterlassner Hilfeleistung, habe ich meine Ostambitionen gegen Null gefahren. Gewissermaßen dem Selbsterhaltungstrieb gehorchend.
Als Niederrheiner habe ich im Herzen mehr Holland als Sachsen, zugegeben. Doch im Magen möglichst immer nur das, was schmeckt. Ich musste an die Jungs von der Band denken, deren Namen ich verdrängt habe, als heute die Romanaherzen in der Pfanne zischten. Und an Hamburger Helden, die ebenfalls schon Ende der 80er wussten: Ostzonensuppenwürfelmachenkrebs!
Inzwischen kenne ich das Leben. Ich bin im Kino gewesen. Habe mit Peter Hein Kebap gegessen. Und überhaupt niemals vergessen, zu essen. Deshalb koche ich jeden Tag und lege gewöhnlich die passende Langspielplatte auf den Dualteller. Zur Hüfte gab’s heute einen Marsalajus, auch der Rest war sehr sizilianisch. Ich hatte passende Orangen bekommen. Marinierte den warmen Salat in entsprechendem Saft und rieb einem Haufen Schalen in die Grütze.

Inzwischen war ich wieder ein paar Mal drüben. In Leipzig, Bautzen, Cottbus. Habe mich im Erzgebirge verlaufen und mir den Magen verdorben auf Hiddensee. Das Nachtleben in Frankfurt/Oder gesucht. Und natürlich Utecht besucht. Ist schön da. Kaum Menschen. Kein Restaurant. Musik schon gar nicht.