Altstadtstern: maiBeck, Köln
Veröffentlicht: Dezember 17, 2013 Abgelegt unter: Kulinarik | Tags: Köln, maiBeck, Restaurant 3 KommentareNiemand, der auch nur über einen Funken kulinarischer Intelligenz verfügt, käme auf die Idee, in der touristischen Vorhölle zwischen Dom und Heumarkt – in typisch kölsch-euphemistischer Art „Altstadt“ geheißen – ein Etablissement zwecks ambitionierter Essensaufnahme aufzusuchen. Ganz besonders die Rheinfront ist genusstechnisch eine veritable No-Go-Area. Gewesen. Denn seit Oktober ist hier alles anders: Jan Maier und Tobias Becker haben nicht nur ihre Namen zusammengschmissen und ihren Laden maiBeck genannt, sie lassen auch aus jahrelangen Erfahrungen und weitverzweigten Inspirationsquellen (aus und in allerlei Tempeln der etablierten Hochküche und mit Gastrotrends) ein gemeinsames Neues entstehen. Dass sie das Ganze überschreiben mit „Restaurant-Konzept, welches in der Tradition der jungen europäischen Bistronomic-Kultur stehend ambitionierte Kreativküche in entspannter großstädtischer Atmosphäre zelebriert“, sollte den geneigten Genusssüchtigen eher neugierig machen denn abschrecken. Denn hinter der vorgeblichen Worthülse steckt Substanz.

Confit von der Eifeler Kaninchenkeule / Feige / Linsen / Castelfranco
Zugegeben komme ich gerade leicht euphorisiert vom Mittagessen zurück und schreibe diesen Text noch im Zustand wohliger Zufriedenheit – mir fehlt gerade jeglicher kritischer Filter. Doch warum etwas semiprofessionell aufpumpen, dass doch einfach nur ein kurzes Loblied sein soll auf eine ambitionierte, handwerklich perfekte, feine und doch durch und durch zugängliche frische Produkteküche? Der Güte jeglicher Zutat durch Finesse und mit Weitblick lichten Glanz zu verleihen ist der Ansatz im maiBeck. Und Stimmen aus dem Freundeskreis der Internetesser bestätigen, dass dies den beiden Köchen zuverlässig gelingt – nicht nur heute, als ich Dank Torsten dort sein durfte und den Tag eindeutig beschwingter und mit einem größeren Glücksgefühl zu Ende bringe, als er begann.

Geangelter Wolfsbarsch aus der Bretagne / Spitzkraut mit grobem Senf / Sellerie & Fenchelsaat
Jetzt noch auf der Zunge liegt mir übrigens das herrliche Selleriepürree, das mit einer aromatisierten Butter eine große Wucht entwickelte. Doch eigentlich war alles auf den Punkt, selbst die Nudeln „Rumfort“, die es außerhalb der Karte vorneweg gab. Fazit: Hingehen, alle!

120 Argumente gegen Vegetarismus
Veröffentlicht: November 27, 2013 Abgelegt unter: Gedankenstrom, Kulinarik, Niederrhein | Tags: Blutwurst, Himmel un Ääd, Vegetarismus 9 KommentareFallen mir partout nicht ein. Ich bemühe mich aber auch nicht nachhaltig, reicht mir doch ein einziges: Die Existenz von Himmel un Ääd. Dieser perfekte, beinahe heilige Dreiklang lässt mich zweifeln an meiner Leugnung der Existenz eines gütigen Gottes. Williger Geist, schwaches Fleisch: Auf jedwede Darreichungsform tierischer Kadaver kann ich verzichten, brauche keine Keulen zum Erdenglück. Ohne Ochsen- oder Bunte-Bentheimer-Bäckchen bekomme ich keinen kalten Truthahn, falsches Filet, lederne Lebern und paradiesische Rippen lasse ich links liegen, wenn’s drauf ankommt. Doch sobald es ans Eingemachte geht, also an Apfelkompott mit Erdäpfeln und Blutwurst, ist alles nichts. Kein Vorsatz vermag dieser Versuchung zu widerstehen. Ich armer Sünder.
120 ist in der biblischen Numerologie übrigens die Zahl des Endes allen Fleisches. Sich mit solchen Überlieferungen auseinanderzusetzen, bringt bisweilen Erkenntnisse, die über den eigentlichen religiösen Spökes weit hinausgehen. „Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht immerdar im Menschen walten, denn auch der Mensch ist Fleisch. Ich will ihm als Lebenszeit geben hundertundzwanzig Jahre.“ Menschliche Fleischmassen, geistlos. Schönes Bild, das die Phänomenologie und Lebenswirklichkeit heutiger Hominiden hübsch auf den Punkt bringt. Ich lass also folgerichtig von Fleischeslust mich leiten und brat mir ’ne Wurst. Denn wenn die Manifestation einer höheren Macht, eines transzendenten Wesens möglich ist, will ich dies auch reproduzieren können. Und fürwahr, es gelingt mir regelmäßig, in der Gesindehausküche, in Form der Garwerdung der Dreifaltigkeit von Blutwurst, Berlepsch und Bintje.
Exkurs zur Wurst:
Gemeint ist hier die im Deutschen Lebensmittelbuch definierte „Blutwurst mit Speck, Schwarte, Schweinemaske“, also Rheinische Blutwurst, Flönz oder Frische Speckblutwurst. Ich verwende niemals (kalt) geräucherte Wurst, auch wenn dies konsistentuell Vorteile hätte. Doch die Raucharomen empfinde ich bei dieser zu bratenden Darreichungsform als störend. So verwende ich frische Blutwurst und muss den Kompromiss leichten Mehlierens eingehen.
Auch wenn es kein deutsches Äquivalent zur französischen Confrérie des Chevaliers du Goûte Boudin gibt, fühlen sich doch eine Reihe von Metzgern in den ehemaligen französischen Rheinprovinzen der Lehre von der reinen Wurst verpflichtet. So auch Udo Erkes aus Glehn, der seine eigene Herde Schwäbisch-Hällischer-Landschweine hält und bei Bedarf schlachtet.
Gemüse des Monats: Rosenkohl
Veröffentlicht: November 24, 2013 Abgelegt unter: Gemüse, Kulinarik, Niederrhein Ein KommentarDie Küchenlegende besagt, dass die Kohlsprossen erst geerntet und verarbeitet werden sollten, nachdem der erste Frost den Acker heimgesucht hat. Dann erst sei der Geschmack angenehm, eine süßliche Aromatik biete besseren Zugang zm Kohlgenuss. Das ist allerdings Humbug: Der Spruut braucht nur die Kälte des Herbstes zu einer gewissen Zuckeranreicherung. Dazu reichen aber beständige Temperaturen von unter 10° C , Minusgrade wären dauerhaft eher kontraproduktiv. Es gibt den Rosenkohl aber auch schon ab September auf hiesigen Feldern, längst sind entsprechende Sorten mit natürlich hohem Zuckergehalt gezüchtet.
Weiters wird Rosenkohl in rheinischen Küchen gemeinhin totgekocht. Nicht nur dort, auch die klassische französische Zubereitung bis hin zu Bocuseschen Rezepten sehen eine Gesamtgarzeit von über 30 Minuten vor. Roh kam der Minikappes nie auf den Tisch – doch gerade als Krautsalat kann er mit seiner feineren Textur und einer ausgeprägteren Würzigkeit als beispielsweise Weißkohl punkten.
Der ursprünglich aus Belgien stammende Rosenkohl (Choux de Bruxelles) ist ein reichlich vielseitiges Gemüse: Auch asiatische Experimente verträgt er locker. Doch wir nehmen den Weg zurück gen Westen und landen schließlich im Elsass. Der klassiche Flammkuchen ist ein extrem dünner, kurz und heiß zu backender Hefeteig, belegt mit einem Creme-fraiche-Quarkgemisch und Schalotten und Speck. Wir variieren leicht und bringen Farbe ins Spiel.
Flammkuchen mit Rosenkohl
(Vorspeise für 4, Hauptmahlzeit für 2 Personen)
200g Weizenmehl
5g frische Hefe
120 ml Milch-Wasser-Gemisch (hälftig)
etwas flüssige Butter
je eine Prise Zucker und Salz
Alle Zutaten in eine Schüssel geben, 5 Minuten kneten und gehen lassen. Idealerweise über Nacht im Kühlschrank. Ansonsten mindestens zwei Stunden bei Raumtemperatur.
20 Rosenkohl
2 Schalotten
Sprossen vorbereiten und zwei Minuten blanchieren. Im Eiswasser abschrecken und halbieren. Schalotten in feine Ringe schneiden
150 g Saure Sahne
Salz
Muskat
Pfeffer
Die Sahne kräftig würzen und glattrühren. Dann den Teig halbieren und zwei sehr dünne Fladen ausrollen. Diese mit der Sahnemischung bestreichen, die Schalotten und den Rosenkohl darauf verteilen. Nach Geschmack eventuell etwas Pecorino darüber reiben. Im vorgeheizten Ofen (250°) 5 bis 6 Minuten backen.
Variante: Statt des vorgegarten Rosenkohls rohen verwenden und fein hobeln. Auf die Fladen dünne Birnenscheiben legen und darauf den Kohl und gegebenenfalls einige Walnüsse und/oder Schimmelkäse verteilen.
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Dieser Beitrag ist der zweite in der Reihe “Gemüse des Monats”, die in Zusammenarbeit mit dem Lenßenhof in Mönchengladbach entsteht.
Rosenkohl als Wokgemüse
Veröffentlicht: November 15, 2013 Abgelegt unter: Gemüse, Kulinarik | Tags: fusion, Rosenkohl, wokgemüse 7 KommentareAls Hobbydogmatiker liege ich stets im Clinch mit dem Foodie in mir, der genießerische Neugier als wichtigste Tugend lebt, wichtiger noch als die Wertschätzung eines überkommenen Kulinarikkanons. Natürlich gibt es keinen Anlass, klassische Rezepte zu verfremden, wenn sie über Jahrhunderte perfektioniert wurden, nur um sie leichtfertig denen zum Fraß vorzuwerfen, die eine Fusion-Küche mögen, weil sie nicht über lukullischen Sinn und Verstand verfügen. Doch wird häufig aus umgekehrtem Ansetzen Erkenntnisgewinn, wenn also beispielsweise Produkte einem Verfahren unterworfen werden, das ihnen wesensfremd scheint.
Da ich mich aktuell intensiv mit dem Rosenkohl auseinandersetze, lese ich mich also queer durch die Welt der Foodblogs – und bekomme als Futter zu 99 % langweilig Altbekanntes. Kaum einer wagt ein Spiel mit Konsistenzen oder Aggregatzuständen, mit Temperatur oder wildem Geschmack. Der Rosenkohl ist die Stiefmutter aller Gemüse, belgisch dazu. Und doch fand ich in einem augenscheinlich von einer Amerikanerin asiatischen Ursprungs verfassten Artikel eine interessante Idee, die ich hier kurz vorstellen möchte: Rosenkohl pfannengerührt, „crispy“ und mit Aromen von Fischsauce, Zitrone und speziellem Pfeffer.
Dazu muss man wissen, dass Rosenkohl im „land of the free“ der Vorgänger war des aktuell gehypten Grünkohls als Wundergemüse und „natural functional food“. Schmeckt immer und hilft gegen alles. Was natürlich kompletter Humbug ist und schlussendlich mehr über die Bewohner der neuen Welt verrät als über den Kohl. Dennoch scheint mir diese Form der Zubereitung die Potenz zu haben, den Hype zu überleben, zumindest in der Gesindehausküche.
Die Sprossen werden äußerlich entblättert, halbiert und sodann in Erdnussöl (alternativ: Gänseschmalz) im heißen Wok auf der Schnittfläche ein bis zwei Minuten geröstet, dann gewendet. Nach kurzer Zeit wird mit einem Spritzer Fischsauce und wenig Wasser abgelöscht und gewürzt mit: Rohrohrzucker, etwas Knoblauch und langem (bengalischem) Pfeffer. Circa eine Minute weiterrühren, bis die Flüssigkeit nahezu verdampft ist. Mit Zitronenzesten garnieren und genießen. Das Ergebnis nimmt dem Kohl alles Dumpfe und ist zwar kochtechnisch halbgar, geschmacklich jedoch wunderbar.
Reis. Kürbis. Essig. Käse.
Veröffentlicht: November 13, 2013 Abgelegt unter: Kulinarik 3 KommentareDas liest sich nachgerade unappetitlich; Überschriftenübermut. Passt sich aber sowohl jahreszeitlich als auch zeitkontingentoptimiert in den momentanen Gesindehausküchenalltag ein. Und ist auch nur geklaut – selbst zum Selbstersinnen von täglichem Genuss fehlt mir Muße. War aber ein Volltreffer – und als Extrawurst und Tribut an die Herkunft gab’s Späne von der Belper Knolle obenauf – auch die habe ich bei Robert kennengelernt. Genau wie dieses erstklassige Kürbisrisotto mit Balsamico:
Wie im Originalrezept – nur mit Hokkaido statt UNESCO. Daher gelangen die Würfel nicht, es kam zur Konsistenzualkatastrophe. Was dem Geschmack keinen Abbruch getan hat. Genausowenig wie der dazu gereichte bunte Feldsalat auf schwarzem Rettich mit Steinbeißer.
Und jetzt wieder: Musik.
Singen Schwaben Liebeslieder?
Veröffentlicht: Oktober 30, 2013 Abgelegt unter: Gedankenstrom, Kulinarik, Musik | Tags: bill callahan, Deutschland vegetarisch, schwaben 3 KommentareHat der Sachse ein Herz für bildende Künstler? Warum gibt es einen Bremer Dialekt, könnte der nächste deutsche Meister im Aussitzen nicht aus Bayern kommen? Essen Westfalen Kultur mit Löffeln oder aus Mulden im Tisch? Und wo liegt eigentlich Einöd? Da Antworten auf derlei Fragen keinen Menschen interessieren, werde ich wohl niemals ein Buch schreiben. Präziser: veröffentlichen. Verharren im gedankenweltlichen Untergrund und vertrauen auf die Parole kill mainstream.
Mein liebstes Lied ist das ungesungene. Und wenn schon ein Klang ans Ohr und ins Innerste dringt, dann – bitte schön – will ich überrascht werden. Nicht mit Neuem, das es nicht geben kann, aber durch einen Paradigmenwechsel vielleicht. Durch ein Gegenteil, jenseits aller Regeln. Ein Mann wie Bill Callahan vermag dies, Düsterdenker und Notensparer, der er ist. Schreibt doch locker mal die Schnulze des Jahres und bohrt sie mir ins Hirn. Hätt ich ein einfach Herz, waidwund wär’s.
(Das aktuelle Album „Dream river“ ist ein minimales Meisterwerk, am 14. Februar wird er in der Kulturkirche in Nippes spielen.)
Schwaben hingegen kenne ich keine. Nur Klischees über Lebensstil und Kommunikation. Auch die ihnen zugeschriebenen „Nationalgerichte“ scheinen mir allesamt plattitüd. Geschabte Nudeln gibt es an vielen Enden der Welt. Prall gefüllte, herzhafte Pastataschen auch. Und saure Linsen aß ich nicht nur in der Auvergne besser. Dennoch beschloss ich dieser Tage, beim wiederholten Durchblättern von Stevans Buch, Maultaschen zu machen und diese mit dem Linsengemüse zu kombinieren. Ein kulinarkultureller Frevel vielleicht, hochkalorischer Volltreffer allemal. Statt der Tellerlinsen kamen solche aus Puy in den Topf, sie behalten Biss und somit die Oberhand über die etwas zu weichen Spinatgefüllten. Hernach half ein Brand vom Wassenberger Pfirsisch.
Gemüse des Monats: Spinat
Veröffentlicht: Oktober 16, 2013 Abgelegt unter: Gemüse, Kulinarik, Niederrhein | Tags: Gemüse des Monats, Lenßenhof, Spinat 3 KommentareEs gibt heimische Gemüse, die treffen selbst bei ausgeprägten Kulinarikern und Allesessern auf gleichsam manifeste wie objektiv unbegründete Vorbehalte. Bei vielen Menschen gehört zum Beispiel die gemeine Möhre zu diesen schwierigen Genüssen. So viele Liebhaber die orangene, gelbe oder gar violette Karotte auch hat – es gibt mindestens genauso zahlreiche Genussverweigerer. Oft liegt ein entsprechender negativer Beigeschmack in der Kindheit begründet. Wurdest Du, werter Leser, als Kleinkind regelmäßig mit undefinierter Pampe aus 125g-Gläschen eines Schweizer Lebensmittelmultis traktiert? Wen wundert da eine reflexhafte Abwehrreaktion im Alter genießerischer Bewusstwerdung? Als Niederrheiner ist die Wurzel zudem eine Art „Volksgemüse“ und kam/kommt nicht nur viel zu häufig als Muurejubbel oder ähnlich fader Eintopf auf den Tisch. Einmal geprägt, alles zersägt.
Das Zeug mit dem Blubb ist ähnlich fatal in manch kindlicher Entwicklung. Spinat ist grün und fad und macht noch nicht mal stark. So lässt sich das Image des zur Familie der Gänsefußgewächse gehörenden Blattgemüses zusammenfassen. (Alle Fakten zu spinacia oleracea im lebensmittellexikon.de) Zudem schrecken der relativ hohe Nitratgehalt (allerdings nur bei Treibhausware) sowie ein leicht metallischer Geschmackston (vgl. Adstringenz). Letzterer lässt sich allerdings durch Blanchieren minimieren. Dass er als Tiefkühlware gerne passiert und mit „Sahne“ versetzt in den Handel kommt und den Massengeschmackshorizont prägt, ist fatal.
Denn tatsächlich ist der Spinat ernährungsphysiologisch wertvoll und aromatisch hochinteressant. Und richtig zubereitet, einfach lecker. In der ersten Jahreshälfte kommt er zarter daher und ist eine Zierde so manchen Salats oder Pestos und allgemein als Rohkost zu bevorzugen. Der Herbst-/Winterspinat ist deutlich robuster in Wuchs und Geschmack. Neben nussigen und erdigen Aromaten gewinnt seine Bitterkeit an Prägnanz. Hier bieten sich Rezeptvarianten an wie Gemüsekuchen, Strudel oder Flammkuchen – gerne in Kombination mit Blauschimmelkäse. Zur Pasta und auf Pizza passt er genauso wie in den Kartoffelpuffer. Gewürze mag er viele – nur nicht zuviel.
Auf dem Foto ist ein Teil des aktuell auf den Äckern des Lenßenhofs in Mönchengladbach angebauten Bestands zu begutachten. Biobauer Joachim Kamphausen freut sich über die bisher gute Ernte und ist zuversichtlich, noch mindestens bis Ende November die grünen Blätter anbieten zu können. Ich mag die Kombination aus fester Struktur und filigraner Textur – und das samtige Mundgefühl, dass sich nach Blanchieren und Abschrecken einstellt. So drängt sich fast zwangsläufig eine Lieblingszubereitungsart auf, Spinat auf japanisch. Auch wenn der japanische Horensu eigentlich süßlicher ist im Geschmack, lässt sich auch mit niederrheinischem Biofreilandspinat ein vorzügliches Horensu gomae bereiten. Zumal der Ursprung der Pflanze in Asien liegt.
Spinat. Sesam. Soja: Horenso no goma-ae
(Vorspeise für vier Personen)
800 g Wurzelspinat
50 g Sesamsaat
50 ml Sojasauce
1 Tl brauner Zucker
1 El heißes Wasser
Den Spinat gründlich waschen und tropfnass in einen weiten, heißen Topf geben und in nicht länger als einer Minute zusammenfallen lassen. In Eiswasser abschrecken, abtropfen und leicht ausdrücken. In Streifen schneiden. Für das Dressing in einer Schüssel den Zucker im Wasser lösen und mit der Sojasauce verrühren. Den Sesam in einer beschichteten Pfanne trocken rösten und anmörsern. In die Schüssel geben und einige Samen zur Dekoration aufbewahren. Gut verrühren, dann mit dem Spinat vermengen. Mindestens eine Stunde lang durchziehen lassen.
Optional ist die zusätzliche Verwendung von Sesampaste (Tahina) bei diesem Vorspeisenklassiker. Dogmatisch ist das nicht, hilft aber der eigentlich intendierten Ursprungssüße auf die Füße.
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Dieser Beitrag ist der erste in der Reihe „Gemüse des Monats“, die in Zusammenarbeit mit dem Lenßenhof in Mönchengladbach entsteht.









