Carbonara
Veröffentlicht: November 23, 2011 | Autor: utecht | Abgelegt unter: Kulinarik, Musik | Tags: bardong, carbonara, hamburger schule | 10 KommentareNein, ich erwähne diesen unsäglichen Song nicht. Für mich gibt es andere musikalische Konnotationen, wenn es um den umstrittenen Spaghetti-Klassiker geht. Nachzulesen im vorhergehenden Post. Genauso wie es für Lebensphasen spezifische Soundtracks gibt, kann ich vielen Zeiten auch eindeutige Lieblingsessen zuordnen. Die frühen 90er waren die Carbonara-Phase.
Schnell, einfach und gut. Und im Zweifel auf einer Herdplatte umsetzbar. Mit 19, 20, 21 in Bonn und Köln und viel zu selten Hamburg lagen meine Vorlieben nicht auf dem Gebiet ausgefeilter Kulinarik, offen gesagt auch nicht zwischen den verschlungenen Regalkilometern der Universitätsbibliotheken. Eher schon im Dunstkreis des prallen Lebens. Und wenn man sich dort bewegte, war es stets ratsam, einen gut gefüllten Magen zu haben. Doch auch mit wenig Anspruch: Die Qualität musste stimmen.
Ob nun Amerikaner oder echte Römer dieses Gericht erfunden haben, Frau Köhler dabei eine Rolle spielte oder die Kreation schlicht der Not gehorchte: In 15 Minuten lässt sich mit ähnlich wenigen Zutaten kein vergleichbar perfekter Genuss herbeiführen. Was braucht es also? Ausreichend gute Spaghetti und pro Person: Ein Ei und ein Eigelb, reichlich Speck, zwei Esslöffel geriebenen Pecorino, grobgemahlenen Pfeffer und Salz.

Spaghetti kochen und den Speck in einer beschichteten Pfanne in dünne Streifen geschnitten auslassen. In einer leicht angewärmten Schüssel die Eier mit dem Käse und dem Pfeffer verrühren. Spaghetti abgießen und einen Moment warten, um die Temperatur zu senken. Dann in die Schüssel und gut mit der Eimischung verrühren – so sollte nichts stocken. Den Speck hinzu, nochmal unterheben, fertig. Das einzige Getränk, was wirklich dazu passt, ist Rieslingsekt. Extra brut. Gerne von Bardong.
Musikalisch bin ich während dieser Zeit übrigens in die Hamburger Schule gegangen. Kolossale Jugend im Blumfeld mit Goldenen Zitronen. Huah! Die Braut haute ins Auge und ich sah nur noch Sterne. In diesem Sinne gilt, bevor die Party losgeht: Du darfst nicht vergessen zu essen!