Quitte um Quitte, Saft um Saft
Veröffentlicht: Oktober 18, 2015 Abgelegt unter: Kulinarik | Tags: DIY, foodies, Koeln, kulinarik, schwarzmarkt, tauschbörse Ein KommentarEinige Impressionen vom SCHWARZMARKT 4 in Köln. Der vorletzten Veranstaltung aus meinem kleinen Kulinarikkosmos, die ich in diesem Jahr mit veranstalten durfte, bei der ich half oder selber Protagonist war.

Der Kalender war prall gefüllt mit Supperclubs und Popup-Weinbar, mit Bauernhof-Kochkurs und Feldführung, regionalem Vinocamp – und immer wieder diesen feinen kleinen Tauschbörsen für Genusssüchtige im Ehrenfelder Marieneck.

Der SCHWARZMARKT ist mein liebstes Format. Weil er so durch und durch DIY ist. Spontan und doch nachhaltig. Horizonterweiternd und Schmelztiegel. Kontaktbörse und perfekter Sonntagnachmittagszeitverteib.

Die Menschen, die dorthin kommen, mag ich immer sehr. Gute Gespräche, gemeinsamer Genuss. Auch wenn es wie heute wenige waren. Niemand aus Köln.

Es gab einiges zu probieren: Von englischem Zwiebelchutney und Apfel-Marzipan-Creme über tagesfrischen Apfelsaft von der Mosel bis hin zu eigentlichem Apfelkraut, das dann als Jelly perfekt war. Weiterhin Aroma-Maronen, Marmelade vom roten Weinbergspfirsich und Quincy Juice mit Cherry Cotton.

Dazu ein Blech mit buntem Wurzelgemüse samt einigen Toppings (geröstete Buchweizenkerne, getrocknete Sauerkirschen, saure Sahne) und ein paar spannende Weine und weitere Säfte. Dies alles führte zu der Gewissheit, dass der SCHWARZMARKT ein tolles Format ist. Das es auch im nächsten Jahr geben wird. Leicht angepasst vielleicht in Rhythmus und Gepräge. Aber im selben Geiste. Ich freu mich drauf!
Warum ich also doch ein kleinbürgerlicher, deutscher Kulinarikspießer bin
Veröffentlicht: Juli 29, 2015 Abgelegt unter: Kulinarik | Tags: Koeln, sant angelo, spaghetti, trattoria 6 KommentareWeil ich auf der Suche nach einem Mittagstisch, nach einfacher wie schneller und guter Büropausenverköstigung, erst hier vorbei kam:
Auf der Karte am Eingang etwas von „Promo Business Lunch: 15,-“ und angeblich edlem Fleisch las – und intuitiv eine Abneigung entwickelte, die mit nichts begründet war als mit dem ersten Eindruck. Später dann las ich die angebliche Geschichte von Riccardo Lorefice, den Anfängen auf Malta und der kürzlich eröffneten Dependance hier am Kölner Hansaring. Blitzeblanke Oberfläche. Zu glatt, für meinen Geschmack. Auch das Rechercheergebnis war nicht dazu angetan, mein Interesse nachhaltig zu wecken. Zumal eines der ersten Suchergebnisse ein eher negativer Bericht eines Bloggerkollegen war. Und überhaupt ist mir die beinahe totale Fokussierung auf Fleisch als einzigem konzuptuellen Ansatz einer Lokalität nicht sympathisch. Ich ging also weiter, wenige Meter nur – und las dies:
Das andere Ende der kulinarischen Fahnenstange. Zudem ein leichtes Opfer genusskritischer Betrachtungen. So ließ ich mich gar nicht erst auf eine inhaltliche Auseinandersetzung ein, sondern entschied mich auch gegen diesen neuen Laden, weil er schlicht vollkommen leer war. Also nicht nur bar jeglicher Gaumenversprechen – nein, außer einer gelangweilten Thekenkraft befand sich kein Mensch darin. Wieder weiter. Bis ich um eine Ecke bog, und dies erblickte:
Ein Klischee von einem Viertelsitaliener. Kölsch Apulien am Rande der Altstadt-Nord. Einen kleinen Insalata mista, üppige Spaghetti alla puttanesca, ein zum Glück viel zu kalter Lugana und ein leicht bitterer Espresso für 14,30. Serviert von einem leise Schlager singenden Padrone. Senioren aus der Nachbarschaft, wenige Medienmenschen, Studenten sitzen an blanken Tischen im aus der Zeit gefallenen Gastraum. Keine Anzugträger, keine Hipster. Pures Glück für mein kleines Spießerherz. 
