Angewandte Medienmacht: Digitale Kommunikation und Möhren

Der Begriff der Autopoiesis ist ein hübscher, Selbstreferentialität jedoch im eigentlichen Sinne meine Sache nicht. Dennoch durchbreche ich heute einmal mein Prinzip der Abschottung dieses privaten Blogs von anderem, dem Gelderwerb geschuldeten Tun. Und verlinke mich selber:

Der dritte Carrotmob in Köln

Gestern war meine Küche im übrigen Schauplatz der ersten Schweinebackenverarbeitung meines Lebens. Das Ergebnis war großartig:

Geschmorte Schweinebäckchen mit gebratenen Minipaprika und Szechuan-Bandnudeln – Rezept folgt.

Schweinebäckchen

Schweinebäckchen


Swinger Club

Eine weitere Folge der Reihe „Warum ich blogge oder support your local scene“ widmet sich heute aus gegebenem Anlass dem Swinger Club. Und einem Schlagzeuger, der nicht nur seines Namens wegen in meiner ganz privaten Rhythmusgruppenbestenliste ziemlich weit oben rangiert: Martell Beigang. Aus Köln.

Die drei Herren sind hier als das unterwegs, was von Kollegen meist despektierlich als „Mucker“ bezeichnet wird. Also nicht Künstler, sondern Interpreten anderer Schöpfer Werke. Mit Pornoorgel, Kontrabass und Percussionsinstrumentarium wird alles verwurstet, was Entspannung verspricht jenseits des Broterwerbs als Mietmusikant. Martell: „Um von Musik zu leben, mußte oder besser, durfte ich, ganz unterschiedliche Musik mit vielen verschiedenen Musikern machen.“ Carmina Burana und weitere Welthits als Jazz, schlimme Musik in rosa Bonbon-Verpackung, musicians music.

Warum ich das mag? Vor vielen Jahren moderierte ich eine Web-TV-Sendung für triggerfish.de und traf die Drei live in der Kühlkammer und habe mich dabei köstlich amüsiert. Martell kannte ich als Fan von M. walking on the water seit Anfang der 90er – er gehört der Band seit dem Album „Wood“ an, eine neue Veröffentlichung wird gerade vorbereitet. Da er auch für Formationen wie Rainbirds, Lassie Singers, Eisen trommelte und mit dem Popshoppers-Projekt und einer als „Citronic“ getarnten Francoise Cactus (Stereo Total) einen veritablen Clubhit hatte, stolperte ich als Popkultur-Aktivist immer wieder über ihn. Gerne gelesen habe ich auch unverarschbar.

Aktuell: Heute Abend spielen Swinger Club bei der Premiere von Paul Wallfischs musikalischem Salon „Small Beast“ im Schauspiel Dortmund.  Mit dabei: Little Annie und Baby Dee.
Und als Service sei hier noch der YouTube-Channel von Martell Beigang verlinkt.

Das Getränk dazu: Ein Marsala Superiore von Carlo Pellegrino, eisgekühlt natürlich.


Erdmöbel, Krokus, Inselwein

„Altes Gasthaus Love“ ist mein bisheriges Lieblingsalbum von Erdmöbel. Eine weitere Folge der Serie „Kulinarik mit Musik“ ist dieser Beitrag also. Oder eigentlich nur ein kurzer Hinweis. Denn die Wahlkölner veröffentlichen am 17. September ihr neues Album Krokus, auf welches ich hier gerne und die Band selber mit einem Clip hinweist.


Noch einmal Burt Bacharach – „Nah bei Dir“ ist eine idealtypische Neuinterpretation von Erdmöbel und passt perfekt zu Inselwein.


Fickt das System

Heute morgen mit diesem lieblichen Lied im Ohr die Augen aufgeschlagen und gedacht: Werde ich auf die alten Tage wieder politisch? Doch ich wollte nur: Tanzen! Funktionierte 1992 extrem gut, lachend Tanzen ist vielleicht die gesundheitsförderndste Art der Kulturaneignung. War schon damals nicht sarkastisch gemeint, was der Frank Spilker samt Sternen sang. Warum rockt das heute – oder auch nur annähernd gutes, ähnliches Neues – nicht die Tanzflächen der Republik?

Justament beginnt in Köln die C/O POP, immer erfolgreichere Popkommunisten-Nachfolgerin. In deren Rahmen spielen die Himmelskörper aus Hamburg am Sonntag im Statdtgarten. Hingehen, Tanzbein schwingen, mitsingen:
„Nur kein Pathos, ratlos, harmlos, keinen Pathos.
Tote werfen keine Schatten, keine Parolen, keine Blöden wie die:
Fickt das System!“