Peter Sicker kocht – wieder
Veröffentlicht: Dezember 7, 2016 Abgelegt unter: Kulinarik, Niederrhein | Tags: Peter Sicker, sicker's, wesel flüren 5 KommentareVor ziemlich genau sechs Jahren hatte ich von einem Restaurantbesuch in Brühl berichtet und von der Begegnung mit Peter Sicker. Tolles Konzept, quasi eine rheinische Variante des amerikanischen „deli“, guter Koch, feiner Mensch. Nur war damals schon klar, dass er den Laden aufgeben würde. Die vielen Jahre als gastronomischer Alleinunterhalter waren anstrengend gewesen. Er hatte andere Pläne – und war danach komplett von der kulinarischen Bildfläche verschwunden. Immer wieder fragten mich Bekannte und wildfremde Menschen, auf dem Blog, via Facebook oder persönlich – und ich fragte mich das auch recht dringend: Wo kocht Peter Sicker jetzt? Dies brachte mich dazu, dass ich bald schon wie Cato der Ältere agierte und viele meiner Postings mit dieser Frage enden ließ.
bezugnehmend auf ihren Artikel vom 10.01.2011 und weitere Online-Kommentare bzgl. der Recherchen nach meiner Person, melde ich mich hiermit zurück.
Ich würde gerne telefonisch Kontakt mit Ihnen aufnehmen, um alles weitere persönlich zu besprechen.
Viele kulinarische Grüße vom Niederrhein!
Peter Sicker

Goethestr. 1
46487 Wesel-Flüren
Tel.: 0281-40540999 (ab dem 13.12. aktiv)
http://www.sickers-feinekost.de (ab dem kommenden WE aktiv)
Übrigens ist dieser Beitrag ausschließlich kulinarischer Euphorie und Empathie geschuldet.
Peter Sicker kocht in Brühl – noch
Veröffentlicht: Januar 10, 2011 Abgelegt unter: Kulinarik | Tags: Brühl, Max ernst, Peter Sicker 15 KommentareKonzeptkunst und Surrealismus liegen ganz nah beieinander – zumindest im im Niemandsland zwischen Köln und Bonn gelegenen Brühl. Nicht gerade ein kulinarisches Phantasialand, schon eher Hort des bildungsbürgerlich-konservativen Kulturansatzes. Doch neben dem Welterbe-Schloss und jüdischem Friedhof liegen hier die dadaistischen Wurzeln von Max Ernst, museal aufbereitet in unpassend betulicher Form. Im Geburtshaus entsteht ein „Fantasielabor für Museumspädagogik“ – üble Vorstellung, dies.
Der große Seher Max Ernst etablierte die Collage als künstlerisches Stilmittel – der Koch Peter Sicker tritt einen Steinwurf entfernt eine Art kulinarisches Erbe an. Sickers Feinekost ist eine unerwartet urbane Oase im städtebauchlichen Niemandsland zwischen Augustusburg und Vorgebirgsbahn. Seit nunmehr zehn Jahren hat der 46jährige sein Konzept verfeinert: Delikatessenladen mit angeschlossener Verköstigung, die Idee eines amerikanischen „deli“ mit der europäischen Hochküche vermählt. Frontcooking trifft Bistro, Atelieratmosphäre mit Wurst und Weinkarte.

Peter Sicker kocht (photos: phew)
Mit dem spröden Charme des Niederrheiners gestaltet Sicker in seinem Reich sechs Tage in der Woche ein grandioses Genussabenteuer. Diesbezügliche Superlative bleiben hinter dem tatsächlichen Eindruck weit zurück: Beste Produkte, perfekt passende Garmethoden und traumwandlerische Aromatisierung charakterisieren seine stets üppig bemessenen Gänge. Der Ein-Frau-Service macht aus der Verkündung der Tagesgerichte eine ausufernde Rezitation, circa 20 Positionen sind dem Gast zu vermitteln. Die Weinkarte umfasst eine Reihe bekannter Etiketten und einiges Entdeckenswerte – sämtlich zu verwirrend guten Konditionen. Kölsch fließt aber auch.
Wer sich also einem garantiert einwandfreien Genuss mit Erlebnischarakter und Wohlfühlgarantie hingeben möchte, hat noch bis April Zeit, in den kleinen Laden nach Brühl zu kommen. Dann zieht es den Chef an neue Ufer.

Eine Vorspeise: Geröstetes Kalbsbries mit Riesengarnelen und Kapernäpfeln