Ein Pott, Fisch und Käse

Was den Münchnern die italienische Adriaküste, ist für uns die holländische Nordsee. Der Niederrhein liegt am Meer, Zeeland ist semiteutonisch, mindestens. Zwei Stunden mit dem Auto und schon scheißen mir keine Tauben mehr sondern Möwen auf den Kopf. Es rauscht die Brandung und stürmt die See. Die Nase frei und salzverkrustet allerlei Körperfalten. Sand in den Schuhen ist nur was für gnadenlose Romantiker. Ich laufe barfuß. Thermometer werden ignoriert.

Drei Lieblingsorte für alle, die mich lesen. Die Wein- und Foodblogger, Musikfreaks und Familie, Freunde und Verirrte. Wenig Worte, Bilder.

Den ersten Blick auf’s Meer gönne ich mir und meiner geschundenen Internetjunkieseele meist am Strand in Dishoek. Weil da die Pötte von und nach Antwerpen mir fast über den dicken Zeh schippern. Schon mal mit nem 10.000 TEU Containerschiff um die Wette geschwommen?

In Colijnsplaat an der Oosterschelde befindet sich der letzte noch lebendige Fischereihafen der südlichen Niederlande. Daher komme ich stets nach Nord-Beeveland, kaufe Fisch bei „Johns Zeevishandel“ und setze mich ein paar Biere und Stunden lang in die Vismijn. Mit Blick ins Hafenbecken lässt sich mit dem Wirt in niederländischer, italienischer und deutscher Zunge so manch Garn spinnen.

Dann wird dem Klischee gehorcht und Käse gekauft. Was wir hierzulande als Gouda kennen, kommt ja meist geschmacklicher Nötigung gleich. Dass aber in so mancher Kaasborderij veritable Rohmilchdelikatessen bereitet und feilgeboten werden, ist nur wenigen bewusst. Boerenkaas ist das Codewort. Familie Kwekkeboom auf ihrem Hof Schellach in St. Laurens bei Middelburg macht das Beste aus Kuh-, Schafs- und Ziegenmilch.

Dreierlei Boerenkaas-Pretiosen vom Hof Schellach

Dreierlei Boerenkaas-Pretiosen vom Hof Schellach