Weißburgundernudeln
Veröffentlicht: Dezember 5, 2011 Abgelegt unter: Kulinarik, Wein | Tags: dreißigacker, einzigacker, finn, kaninchen 6 KommentareUrsprünglich sollte dieser Post mit „Maul- und Klauentaschen“ überschrieben werden, meinem Hang zu reißerischer Headlinehuberei folgend und eigentlichen Zutaten geschuldet. Nun ist es anders gekommen, meine letzten Flaschen Einzigacker von Dreißigacker (2008) sind geleert. Dieser Weißburgunder gehört zu den besten seiner Art, fragt das Kaninchen oder meine Gäste. Bechtheim steht mal wieder auf dem Fahrplan.

Der Marktmetzger bot formidable cuisse de lapin feil. Ein Tag Pastaproduktion war sowieso vorgesehen, warum also nicht ein paar gefüllte Nudeln für das überaus kritische sonntägliche Publikum bereiten? Also noch ein paar Eigelbe mehr in den Teig, einige Blätter Wirsing entrippt, den letzten frischen Thymian ins Haus geholt und Mirepoix bereitet. Die Schlegel angebraten und mit dem Gemüse und Kraut und Schalotte und Knoblauch langsam gar geschmort. Dabei musste leider viel zu viel des guten Weins in den Tiegel. Der so abfallende Sud oder Fond oder Saft war grandios und benetzte später die Taschen.
Zur Farce wurde das ausgelöste Fleisch mithilfe eines Eis und viel Parmigianos. Außerdem brachte blanchierter Wirsing Farbe ins Spiel. Kurbeln, füllen, verschließen und in Hühnerbrühe garziehen. Auf dem Teller kamen noch gegrillte Minipaprika dazu. Das Foto entstand im herbstlich kahlen Garten, bevor der Regen kam. Es wurde geweint, als die letzte Flasche geleert.
finn. ist eigentlich Patrick Zimmer und wagt sich hier an den Everly Brothers Schmonz „Crying in the rain“. Zusammen mit Tocotronics Dirk von Lowtzow gelingt ihm eine ironiefreie Aneignung, eine Interpretation, die wieder mal die Wichtigkeit von Coverversionen für Pop untermauert. Der Rest des aktuellen Album „I wish I was someone else“ tut dies leider nicht vollumfänglich.
Was für eine Farce, da hätte ich auch gerne mitgespielt.
mir gefällt auch das Bild
Spätestens bei … in Hühnerbrühe garziehen … wär’s um mich geschehen gewesen. Hasen, Hühner und auch noch Wirsing –!
Du, ich weiß zwar nicht, ob mein Hunger mich verwirrt, aber ich sehe hier nur MANDU.
Hmm…Mandu mit Hase, daran habe ich noch nie gedacht.
Ausgezeichnet hört sich das an. Leckere Kanickelschenkel schmoren und in Nudeln packen, das gefällt mir gut.
Und das sind natürlich keine Mandu, das sind Jiaozi!
@vilmos
wenn du mal wieder in der nähe bist, machen wir eine wiederaufführung.
@wolfgang
danke.
@lakritze
ja, die brühe. zugegeben gab’s vorher noch nen nudelgang, mit frischem pecorino und huhn und kräutern gefüllte tortellini, schwimmend.
@mb
mach mal!
@azestoru
und doch fast dogmatisch italienisch. ok, bis auf den wirsing vielleicht…